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Wie komme ich an meine Behandlungsdaten zur Beantwortung von Gesundheitsfragen?

Bei der Beantwortung von Gesundheitsfragen ist man gesetzlich verpflichtet sorgfältig und gewissenhaft vorzugehen. Ansonsten riskiert man die vorvertragliche Anzeigepflicht zu verletzen und damit auch den Versicherungsschutz im Leistungsfall.

Aus welchen Quellen erhält man eine Übersicht, wann und wo man weswegen beim Arzt oder einem Heilbehandler war? Welche Quellen nutzen die Versicherer, um im Leistungsfall zu prüfen, ob man alle Gesundheitsfragen korrekt beantwortet hat?

Es gibt drei Anlaufstellen, die man alle nutzen sollte, um eine vollständige Übersicht der gespeicherten Informationen zur Beantwortung der Gesundheitsfragen zu erhalten:

  1. Der Haus- / Facharzt: Dort kann man telefonisch erfragen, wie man eine Kopie der eigenen Krankenakte erhalten kann. Auch wenn die Ärzte gesetzlich zur Herausgabe der Akte verpflichtet sind, ist die Anforderung oft umständlich und unkomfortabel. Trotzdem empfiehlt sich hier ein hohes Maß an Freundlichkeit und Geduld, um auch tatsächlich an die Akte zu kommen. Nichts ist hier hinderlicher als eine Sprechstundenhilfe, die sich auf den Schlips getreten fühlt.
  2. Die Krankenkasse (GKV:/ PKV): Für private und gesetzliche Krankenkassen ist die Erstellung einer Behandlungshistorie ein standardisierter Arbeitsprozess. Allerdings sind die enthaltenen Daten häufig sehr lückenhaft. Es ist erstaunlich wie wenig die Krankenversicherungen an Daten häufig vorliegen haben.
  3. Die kassenärztliche Vereinigung des jeweiligen Bundeslandes: Auch hier gibt es einen standardisierten Arbeitsprozess zur Übermittlung der Behandlungsdaten. Die Unterlagen sind am umfangreichsten von allen Quellen und haben oft die größte Aussagekraft. Bei den kassenärztlichen Vereinigungen können nur gesetzlich Versicherte anfragen. Privatversicherte sollten aufgrund ihrer Arztrechnungen die Behandlungshistorie nachvollziehen können. Die privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS) speichern keine Behandlungsdaten ab.

Zur Prüfung der vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung im Leistungsfall greifen die Versicherer ebenfalls auf diese Quellen zurück.

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